SV Gladbeck 13 e.V.

Schwimmen und mehr

Geschichte des Wasserballspiels

Zu dem eigentlichen Ursprung des Wasserballspiels gibt es diverse Entstehungsgeschichten.

Entstehung des Spiels

Die wohl am naheliegenste Entstehungsvariante der heutigen Form des Wasserballspiels ist die, dass der Wasserball zunächst im 19.Jahrhundert in England, als eine Art "Rugby im Wasser" in den Flüssen und Seen gespielt wurde. In diesen frühen Spielen kam auch der, von den Engländern aus Indien mitgebrachte, luftgefüllte Ball zum Einsatz . Dieser Ball hieß auf Indisch "pulu" ( Bezeichnung im Indischen für alle Arten von Bällen), wurde aber von den Engländern "polo" ausgesprochen, was dazu führte, dass sie den Ball, sowie das Spiel "waterpolo" nannten. Im Laufe der Zeit bediente man sich auch noch zweier Boote, die gegenüberliegend verankert, als Tore benutzt wurden, in denen der Ball dann abgelegt werden musste.

Die ersten Abbildungen des Wasserballspiels gab es 1891 aus Amerika. Diesen Bildern lag zu Grunde, dass 1870 ein Londoner Bürger die ersten Regeln festgelegt hatte, um das damals populäre "Wasserrugby" auch in Hallenbädern auszuführen. Die Wasserballspiele dienten, aber in England mehr als Einlagespiele irgendwelcher Schwimmveranstaltungen, um mehr Publikum zu den Wettkämpfen zu locken. Dabei war festgelegt, dass die Spieler den Ball, ähnlich dem "Touch-Down" des American Football, auf den Beckenrand der gegnerischen Mannschaft ablegen mussten, um einen Punkt zu holen. Einer der beliebtesten Tricks war es damals, den Ball im Schwimmanzug zu verstauen und durch das trübe Wasser an den Beckenrand des Gegners heranzutauchen. Hierbei liefen sie aber die Gefahr vom Torhüter der Gegner "angesprungen" zu werden, da es den Torhütern erlaubt war, sich außerhalb des Beckens aufzuhalten und auch auf ihre Gegner zu springen. Meist lief es bei diesen Wasserballspielen darauf hinaus, dass ein reger Gruppenkampf zu Stande kam, bei dem sich kaum ein Spieler auf den Ball, sondern mehr auf die Unterwasserringkämpfe zu konzentrieren schien. Diese gewalttätigen Spiele endeten oft damit, dass einer oder mehrere Spieler bewusstlos an der Wasseroberfläche trieben und schwerverletzt aus dem Wasser geborgen werden mussten. Auch waren es damals keine begabten Schwimmer, die diese Art des Ballspiels ausübten, denn der Kraulschwimmstil war noch nicht bekannt und so wurde mit einer Mischung aus Brust- und Seitenschwimmen sich im Wasser fortbewegt.

Der Charakter des Spiels änderte sich erst, als schottische Spieler, den von John Trugde aus Süd-Amerika mitgebrachten Schwimmstil (Vorläufer des Kraulschwimmens) mit in das Spiel einbanden und den Schwerpunkt des Spiels somit mehr auf das Schwimmen verschoben. Diese Neuerung brachte eine größere Geschwindigkeit in das Spiel und ließ nun auch geschickteres Passspiel zu. Die nun eingeführten "schottischen Regeln" entwickelten das Wesen des Wasserballspiels vom körperbetonten Rugby, mehr zu einer fußballähnlichen Spielart. Die Regeln der Schotten sahen außerdem "richtige" Tore vor, welche in den Abmessungen den heutigen ähnlich sind (10x3 feet) und erlaubten den Spielern nur den ballführenden Spieler anzugreifen. Weiterhin war es fortan nicht mehr gestattet, den durch einen Lederball ersetzten Ball unter die Wasseroberfläche zu drücken.

1888 wurde die Rugby-Form des Wasserballspiels auch in den USA eingeführt und gewann mehr und mehr an Popularität, was dazu führte, das Ende der 90`er Jahre des 19. Jahrhunderts eine nationale Wasserballmeisterschaft ausgetragen wurde. An den Austragungsorten im Madison Square Garden oder der Boston Mechanics Hall kamen durchschnittlich etwa 14.000 Zuschauer, um den Wasserballspielen zuzuschauen und sich in ihren Bann ziehen zu lassen.

Diese Spiele beinhalteten, was die Begeisterung der Zuschauer ausmachte, spektakuläre Einlagen, wie zum Beispiel den "springenden Lachs", bei dem ein Spieler vom Rücken seines Mitspielers aus mit dem Ball hoch in die Luft sprang und versuchte, aus der Luft auf das Tor zu werfen. Jedoch ging die größte Anziehungskraft auf die Zuschauer von der immer noch anhaltenden Brutalität des Spiels aus, welche aber nur noch in Amerika praktiziert wurde.

In Europa favorisierte man zur selben Zeit eine weiterentwickelte Art der "schottischen" Regeln und Länder wie Ungarn (1889), Deutschland und Österreich (1894), Frankreich (1895) und schließlich Belgien (1900) entschlossen sich dieser zivilisierten Variante des Wasserballspiels anzuschließen. Die immer noch ansteigende Popularität des Wasserballsports verhalf diesem dann bei den Olympischen Spielen 1900 in Frankreich dazu, dass er als erste Mannschaftssportart aufgenommen wurde. Zum ersten olympischen Sieger im Wasserball wurde damals Großbritannien vor Belgien und Frankreich, in Paris gekürt.

Kuriositäten


Eine Kuriosität der Wasserballgeschichte stellt das Ergebnis der Olympischen Spiele von 1904 in St.Louis dar, denn, da die Olympiade auf amerikanischen Grund ausgetragen wurden, wurde auch nach den amerikanischen und brutalen Wasserball-Rugby-Regeln gespielt, was die Mannschaften der übrigen Nationen ablehnten. Ein weiterer Grund, der auf Ablehnung bei den anderen Nationen stieß, waren die Wettkampfbedingungen, denn es sollte in einem künstlich angelegtem Teich gespielt werden, dessen Wasser auf Grund der schlechten Reinigungsmöglichkeiten, grün und schleimig war und eher einem Sumpf, als einem Teich glich. Auf Grund dieser beiden Bedingungen lehnten die übrigen Nationen ihre Teilnahme an den Wasserballspielen der Olympiade ab, was zur Folge hatte, dass die USA, sowohl als Gold-, als auch als Silber- und Bronzemedalliengewinner der Olympiade 1904 hervorgingen. Zwar waren die anderen Mannschaften nicht angetreten, dennoch wurden aber Wasserballspiele der amerikanischen Vereine untereinander im Rahmen der Olympiade ausgetragen. Und wie vorhergesehen erkrankten an den ersten 6 der 12 Spieltage mehr als die Hälfte der Spieler an Typhusfieber, welches durch das verdreckte Wasser hervorgerufen worden war.

Bei den nächsten Olympischen Spielen (1908 in London) ging es dann wieder gesittet zu und es wurde nach den schottischen Regeln, die Sieger Großbritannien (Gold), Belgien (Silber) und Schweden (Bronze) ermittelt. Im Jahre 1911 erließ die FINA dann die Regel, dass olympische Wasserballspiele, sowie internationale Begegnungen nur nach den schottischen Regeln ausgetragen werden dürften.

Dennoch blieben die Amerikaner ihren "Rugby-Wasserball-Regeln" bis ins Jahr 1912 hinein treu, was sich aber änderte, als bei der Begegnung der New York AC und Chicago AA, anlässlich des Halbfinales der nationalen Meisterschaft eine Massenschlägerei im Wasser viele Schwerstverletzte forderte. Von diesem Tag an strich der Nationale Wasserballverband Amerikas die finanziellen Unterstützungen, bis man sich auf eine zivilisierte Durchführung der Wasserballspiele geeinigt hatte und den Regelstandard Europas übernahm.

Danach gab es nur noch eine nennenswerte Kuriosität auf dem Sektor des Wasserballspiels und zwar, als bei den Olympischen Spielen von 1920 in Antwerpen die italienische gegen die schwedische Nationalmannschaft antreten sollte. Denn als die Italiener ins Wasser gehen sollten, weigerten sie sich alle bis auf den Kapitän, da ihnen das Wasser zu kalt war. Somit trat der italienische Mannschaftsführer alleine gegen die komplette schwedische Mannschaft an und musste erschöpft, beim Stande von 7:0 für Schweden, aufgeben.

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