SV Gladbeck 13 e.V.

Schwimmen und mehr

Festakt 100 Jahre SV13

Bürgermeister Ulrich Roland erhält vom 1.Vorsitzenden Bernd Grewer das erste Exemplar der Festschrift

Zu einem Festakt hatte der SV Gladbeck 13 anlässlich seines 100-jährigen Bestehens geladen. „Wir stehen hier als rüstiger, agiler Hundertjähriger mit einer bewegten, großen Vergangenheit und mit viel Zukunft“, beschrieb Vereinsvorsitzender Bernd Grewer den Zustand des Schwimmvereins in seinem Jubiläumsjahr.

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Einen Festakt im Freibad zu feiern – auf die Idee kommt nur, wer in und neben dem Wasser in seinem Element ist, und ob der gemeinsamen Leidenschaft fürs Nass den guten alten Petrus auf seiner Seite weiß. Der hatte am Samstagabend ein Einsehen, schloss seine Schleusen und gönnte dem SV 13 somit eine Feier in aller Würde auf der Freibadterrasse, in weiser Voraussicht allerdings gut geschützt unterm Zeltdach. Womit der Verein wieder einmal den Beweis erbrachte, dass die 13 im Namen im Laufe eines Jahrhunderts keineswegs Unglück gebracht hat, sondern ganz im Gegenteil: „Wir stehen hier als rüstiger, agiler Hundertjähriger mit einer bewegten, großen Vergangenheit und mit viel Zukunft“, beschrieb Vereinsvorsitzender Bernd Grewer den Zustand des Schwimmvereins in seinem Jubiläumsjahr.

Klaus Hilgers wurde für seine 90jährige Mitgliedschaft beim SV13 mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet.

Aushängeschild für die Stadt
Eng verknüpft war und ist die Geschichte des Vereins mit der Geschichte Gladbecks. Die Stadt erlebte mit der Gründung 1913 „seine Geburtsstunde als Schwimmsportstadt mit Breitensport und atemberaubendem Spitzensport“, erinnerte Bürgermeister Ulrich Roland. Die Rekorde, die von SV 13-Schwimmern geschwommen wurden, waren ein Aushängeschild für die Stadt, betonte auch Grewer die wechselseitige Wirkung. Vereinschef und Stadtchef sind sich einig: Stadt und SV 13 konnten immer gut miteinander und haben voneinander profitiert. Ganz besonders vor zehn Jahren, als der Schwimmverein das Freibad an der B 224 im Auftrag der Stadt übernahm und seitdem sieben Tage in der Woche verlässliche Schwimmzeiten anbietet. Grewer mit Blick auf die aktuelle Situation des Stenkhoffbads in der Nachbarstadt Bottrop: „Hier bedurfte es dafür keines Bürgerbegehrens, sondern nur einer guten Zusammenarbeit mit der Stadt.“

Keller stimmt warnende Worte an
Viel Lob, viel Ehr hörte der hundertjährige Jubilar von allen Festrednern. Aber auch warnende und nachdenkliche Worte über den Schwimmsport wurden an dem Abend geäußert. Christian Keller, einer der deutschen Topschwimmer (35-mal Deutscher Meister), fürchtet um die Anerkennung und Unterstützung des Schwimmens als Leistungssport. Auch, weil „Formel 1 und Tennis“ mehr mediale Aufmerksamkeit erhalten. „Es braucht Talentscouts in den Schulen und ein Umfeld für den Breitensport, ohne den Spitzensport nicht möglich ist“, kritisiert er den Vorzug, den andere Städte den Spaßbädern vor trainingsgerechten Schwimmbädern geben.

Training im kalten Wasser
Dem konnte der Vizepräsident des Schwimmverbands NRW, Dr. Günther Schauwienold, nur beipflichten. Seine Sorge: „Immer mehr Kinder verlassen die Grundschule mit Schwimmflügeln, sie können nicht schwimmen.“ Der tragische Tod eines 13-Jährigen in Duisburg zeige einmal mehr, dass dies überlebenswichtig ist, zugleich aber auch Teilhabe am Freizeitvergnügen im Sommer und Urlaub bedeute. „Schwimmen“, so Dr. Schauwienold, „ist auch Integration. Und da ist bei Migranten noch viel Luft nach oben.“ Sein dickes Lob an den SV 13: Mit 400 Teilnehmern in Schwimmkursen war er 2012 in NRW absolute Spitze.

Der Blick zurück, auch er gehört zu einer Hundertjahrfeier. Auf der Freibad-Terrasse tat dies Hans-Josef Justen, Ex-Sportchef der WAZ und selbst einst aktiver SV-13-Schwimmer, im launigen Gespräch mit Ehemaligen: Dem Gladbecker Bronze-Medaillen-Schwimmer Dr. Michael Kraus, zugleich stellvertretender Vorsitzender im SV 13, und den „drei Mädels“ Christa Oehmke (ehemals Bothe) Ute Rodenstein (ehemals Bockhoff) und Regina Schmidt (ehemals Bialowons). Sie erinnerten sich an Trainingszeiten mit Walter Kruschinski in 13, 14 Grad kaltem Wasser, natürlich ohne Chlorbrille und mit Trainingsmethoden, die heutige Schwimmer fassungslos machen würden. „Aber wir waren trotzdem ganz gut“, sagt Christa Oehmke bescheiden. Immerhin so gut, dass einer wie Dr. Michael Kraus 1976 Bronze bei den Olympischen Spielen in Montreal holte – wobei etwas Luft im Darm geholfen haben soll, erfuhren die Festgäste von Formen natürlichen Dopings.

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